Mike - ein bemerkenswerter Kakadu

Als ich Mike 2001 aufgenommen habe, hatte ich eigentlich noch recht wenig persönliche Erfahrungen mit Kakadus gemacht.

Das Kakadus sehr, sehr laut sein können und etwas "anders" in ihrer Haltung und ihren Anforderungen sind, das war selbst mir damals schon klar. blush

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Als ich Mike im zarten Alter von 4 Jahren übernahm, war ich bereits der 3. Halter dieses Vogels.

Wie oft erliegt ein Mensch den großen schwarzen Kulleraugen, die einem aus ihrem schneeweißen Gefieder ganz lieb angucken, ohne sich um die weiteren Konsequenzen Gedanken zu machen, welche die Haltung von Kakadus im Laufe der Zeit mit sich bringt?

Mike jedenfalls mußte bereits 2x mit den Konsequenzen der Abgabe vorlieb nehmen.

Er wurde bereits vom Züchter mit gestutzten Schwungfedern abgegeben, was ihn dazu veranlaßte sich die Federn weiter abzubeißen. Sogar seine hübsche Haube mußte zum großen Teil daran glauben.

Hinzu kam, das die Familienmitglieder des 2. Besitzers Angst vor Mike und seinem Schnabel hatten, so daß Mike den lieben langen Tag und auf sich alleine gestellt in einem handelsüblichen Käfig verbringen mußte.

Erst gegen Abend -so gegen 21.30 Uhr- durfte Mike aus dem Käfig, weil dann der Besitzer nach Hause kam und sich ein wenig mit Mike beschäftigte.

Trotzdem rupfte sich Mike immer weiter, bis er überweigend nur noch den weißen Flaum am Körper hatte, die Haube völlig lediert war.

Außerdem kam nun erschwerend hinzu das Mike Punkt 21.30 Uhr mit ohrenbetäubenden Schreien anzufangen begann, wenn er mal nicht aus seinem Käfig geholt wurde. Er schrie selbst dann noch, wenn bereits das Licht ausgemacht war.

Somit war Abgabe Nr. 2 beschlossene Sache. Eine Änderung der Haltung und vielleicht einen artgleichen Partnervogel hinzu zu holen, kamen absolut nicht in Frage.

Als Mike dann zu mir kam, bekam ich zugleich noch ein paar nette Hinweise mit auf den Weg. Mike würde, wenn er einmal aus dem Käfig raus käme, nicht so einfach wieder hineingehen gehen würde.....außer ich locke ihn mit einem Stück Schokolade hinein.

Randbermerkung: Schokolade ist giftig für Tiere, das sie den Inhaltsstoff Theobromin enthält, der zu Herz- und Atemstillstand führen kann.

Außerdem würde er so lange in seinem Futternapf  "herum rühren", bis dieser leer wäre. Das Futter am Boden würde er nicht mehr anrühren und man müßte den Napf wieder auffüllen. Mit viel Glück, würde er dann das Futter fressen, ansonsten das Spiel unzählige Male wiederholen.

Und Obst, sowie Gemüse würde er sowieso nicht fressen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                 Mike 2001

 

Am Anfang war Mike weiterhin in seinem handelsüblichen Käfig untergebracht (die Anlage, die mir jetzt zur Verfügung steht, gab es damals noch nicht), der aber den ganzen Tag offen stand. Mike konnte sich frei bewegen. Trotzdem gab es gegen Abend Schwierigkeiten ihn in den Käfig zur Übernachtung zu locken. Diese Schwierigkeit löste sich in Wohlgefallen auf, als ich ihm einen kleinen Keks in seinen Futternapf legte. Natürlich hat Mike schnell herausgefunden, was ich vorhatte. smiley Trotzdem war das Verlangen nach dem Keks größer. Sein Futternapf war am Anfang, wie bereits angekündigt, stets leer geräumt. Entgegen der bisherigen Maßnahme beim Vorbesitzer den Napf stets wieder aufzufüllen, blieb der Napf anschließend leer! cheeky

Mike lernte sehr schnell, das er in dieser Hinsicht kein Spiel mit mir treiben konnte. Gezwungener Maßen mußte er sich seine Körner vom Käfigboden holen. Nach nicht nur 1 Woche wurde der Napf nicht mehr "leer gefegt", sondern Mike saß brav am Napf und fraß sein Futter. Er entwickelte sich sogar zu einen sehr peniblen Kakadu, der kein volles Korn mehr hinunter schmiss.cool Obst und Gemüse gehörten von Anfang an auf Mike's Favoritenliste.

Mike rupfte sich weiter. crying Das Schreien abends um 21.30h war noch eine recht alnge Zeit unser Begleiter, der die ganze Familie manches Mal an den Rand der Verzweiflung brachte.

Die Aussicht auf einen weiblichen Partnervogel stand noch etwas in weiterer Ferne, da weibliche Kakadus bereits schon damals recht spärlich zu bekommen waren. Außerdem vertrat ich damals noch den festen Standpunkt nur artgleiche Vögel zu verpaaren. Kurz vor unserem Umzug in den Westerwald bekam ich über eine Tierschutzorganistation eine weibliche Molukken-Kakadu Henne, die über Jahrzehnte einzeln gehalten wurde. Mike war damals "Feuer und Flamme" für dieses Mädel.....ich hatte trotzdem ein paar "Bauchschmerzen" dabei, weil mein Verstand zur artgleichen Verpaarung weiterhin Oberhand behielt.

Nach unserem Umzug in den Westerwald bekamen die beiden Vögel eine große Voliere zur Verfügung gestellt. Das Rupfen ging weiter und auch die Haube der Molukken-Henne mußte mit dran glauben. So suchte ich für beide Vögel weiter nach artgleichen und gegengeschlechtlichen Partnervögeln.

Ich fand sie auch......für Mike eine Weißhauben-Kakadu Henne und für Kuno(line), die Molukken-Henne einen Molukken-Hahn. Trotzdem wurden beide Vögel nicht bzw. nur kurzfristig glücklich damit.

Mike's Henne stellte sich als ein sehr dominantes Wesen heraus, was ihn nach einer gewissen Eingewöhnungszeit sogar attackierte.

Bei Kuno(line) und ihrem Partner war es eigentlich die sprichwörtliche Liebe auf den 1. Blick, die aber nach 7 Monaten zerbrach broken heart . Kuno(line) wurde von dem Hahn fast getötet und hat es nur mit großer ärztlicher Kunst geschafft dies zu überleben. Lediglich ihr leicht deformierter Schnabel erinnert noch heute an diese Unglück.

Nachdem die Verpaarungen mit artgleichen Partnervögeln als gescheitert anzusehen war und es sich sowieso als schwierig mit der Verpaarung von Kakadus gestaltet, habe ich sämtliche Vorbehalte für eine artgleiche Verpaarung über den Haufen geschmissen und Mike wieder mit Kuno(line) zusammen gesetzt.

Das war die beste Entscheidung, die ich nur treffen konnte! heart

Mike rupfte sich immer noch, was mir aber inzwischen eigentlich egal wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                        Mike Anfang 2006

Kurz nachdem diese Aufnahme gemacht wurde, hörte Mike mit dem permaneten Rupfen auf!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                Mike Ende 2006

Von nun an mußte keine Feder mehr dran glauben. wink

Ich setzte zu Mike und Kuno(line) noch einen weiteren Kakadu hinzu, der es erst einmal wieder lernen mußte ein Kakadu zu sein und damit dieser nicht alleine sitzen muß. Da Mike ein wirklich herzensguter Vogel ist und im Grunde auch ein sehr soziales Wesen an sich hat, habe ich diese Art des Zusammensetzens gewagt und bis heute nicht bereut.

Allerdings werde ich keinen weiteren Kakadu hinzusetzen, da ich die Harmonie der 3 Vögel nicht stören möchte.

                   Mike & Räuber Ende 2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                      Mike & Kuno(line)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                           Mike heute September 2011

 

Schlußwort: Diese Geschichte zeigt, das es durchaus möglich ist, das ein verhaltensauffälliger Vogel diese Auffälligkeiten im Laufe der Zeit beilegt. Dabei mitunter Jahre vergehen müssen. Eine Garantie dafür gibt es aber leider nicht.

Zudem möchte ich anmerken, das die von mir praktizierte Haltung kein Freibrief dafür ist, dies nachzuahmen. Natürlich ist es immer vorzuziehen Vögel artgleich mit einem gegengeschlechtlichen Partner zusammen leben zu lassen. 

Die Umstände die hier mitgewirkt haben, sind nicht unbedingt die Regel.

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